Mühe. Macht. Motive.
by Jan Schimmang on January 27th, 2010
Gerade erst portraitierte er Helmut Kohl, George Bush Senior und Michail Gorbatschow. Eine Konstellation, die im wahrsten Sinne des Wortes ins Bild passt: Denn Mühe versteht es, die Macht seiner Motive mit geradezu pedantischer Theatralik bis ins letzte Detail zu inszenieren. Bis zum 13. März zeigt die Galerie Camera Work die zweite Werkschau des Fotografen, kuratiert von F.C. Gundlach.
Presseschau (Auszug): Eine Schlagzeile auf BILD.de, im Portrait beim RBB. Beitrag in Titel, Thesen, Temperamente, ein Clip auf Deutsche Welle TV. Eine Vorstellung für Aspekte, ein Galerierundgang mit Info-Radio, für den Tagesspiegel ist er der “Der Arrangeur des Augenblicks”. Ein Interview mit der Berliner Zeitung und ein Gespräch mit Der Welt. Außerdem: Das kleine Feature auf Popmat (Juli 2009).
Beppe Loda: “If I Weren’t Italian I Wish To Be German.”
by Andreas Boettcher on January 18th, 2010

Beppe Loda was resident DJ at famous Typhoon Club in Gambara, north of Italy beginning in 1980. He claims, that he is not a Cosmic DJ. It was more an Afro Movement, Freestyle, and he helped keeping this music in mind of a lot of people, even in the new millenium. A real charismatic person behind the decks. So it’s fashion week in berlin and if you are lucky and own the invitation for the Diesel Aftershow Party, then you will witness him and Daniele Baldelli on one floor - titan clash. Beppe was so kind to answer a few questions.
Do you remember your best gig last year ?
“i done a lots of nice gigs in 2009, but my favourite was at synch festival athens benaki museum, i played with my project EGOTRYA !”
Do you have any rituals before djing?
“i haven’t particular ritual before djing.”
How many records do you own?
“i’m very selective with music wich i wanna play, so today i have as 15.000 records.”
Do you have any relations to berlin /germany except djing?
“the only relation which i have to berlino except djing it’s simply that i love germany and germans! i started to play in south germany MUNICH and AUGSBURG in the early 90’s and i have a lots of friend in bayern. and a lot of german djs over there took inspiration from my dj style. like in westfalia , dusseldorf where i usually play 2-3 times each year at “Salon des Amateurs“ , or in hamburg.
i love german electronic music and artists like Udo Hanten and Meskens “YOU” , Michael Mertens “PROPAGANDA“ , KLAUS SCHULZE , Arald Grosskopff . ecc..ecc.. there are a lots of arists i would like tell everybody but it’s really impossible. i love german rock (rongly called kraut ) like birth control and others. german JAZZ etc … etc… if i weren’t italian i wish to be german!”
Your personal blueprints?
“there are 5′000 records at least , so i’ll say you! first three arrived in my mind :
Schalktreis Wasserman - Psychotron
You - Live Lines
Egotrya - Egotrya”
What’s your floorfiller track?
“i’m playing a lots of space disco rock at the moment so i’m able to say you immediately:
Rockets - On The Road Again”
What is hot in 2010?
“i’m sure in the 2010 will be hot:
Egotrya - 4 elements (cd and album)
Beppe Loda - Portait Of Electronic Years 2 (compilation cd and album)
MC1 - new album (we are working on )
Beppe Loda - Spazio Virtuale (cd and album) and many others of my new productions”

Ckeck some footage here and there and don’t miss Beppe in Dresden this friday and Munich on saturday.
State of the artwork
by Jan Schimmang on January 13th, 2010

Das Auge hört mit: die Kunstform des Plattencovers. Im Zeitalter der Klicks und Bits nicht mehr so relevant wie es eigentlich sein sollte. Wer nicht mindestens schon mal eine Platte gekauft hat, ohne auch nur eine Note darauf - geschweige denn ihren Interpreten zu kennen - wird die Zelebrierung der Visualisierung wohl niemals nachvollziehen können.
“This is Hardcore” von Pulp ist nicht nur musikalisch ein großer Moment der Popkultur, sondern auch dank seiner Verpackung. Der Graphiker und Designer Peter Saville prägte mit seinen Werken die Alben von unter anderem Joy Division oder New Order. Seine Inszenierung des Artworks des oben abgebildeten Albums mit Fotos von Horst Diekgerdes gilt als zeitlos brilliant. Cover und Booklet strotzen nur so vor Glamour, sind gleichzeitig wunderbar unterkühlt und vielleicht auch subtil provokant.
Saville zur Inspiration: “One day the phone rang and it was Jarvis Cocker. He said ‘I would like to talk to you about a cover for our new album’. He came round with Steve from the band, and they outlined their problem to me. They needed to reposition Pulp. They’d had a certain pop success in the mid-90s and were rather the heavier side of lightweight. They wanted to present Pulp more as a rock band. The music was a lot deeper, darker and moodier.”
Das Zitat stammt aus einem Artikel des New Statesman Magazine aus dem Jahre 1998. In Auszügen ist der Text via Acrylic Afternoons nachzulesen. Auch das Magazin Sleevage hat die Geschichte des Covers lesenswert aufbereitet.
Klicks on Nuflicks
by Jan Schimmang on January 8th, 2010

Popkultur im Web, der Input ist kaum noch zu überblicken, der Output vieler Angebote nur schwer zu filtern. Die Suche nach Qualität wird oft zur Qual. Eine gute Adresse in diesem Kontext ist nuflicks.de - eben so professionell wie notwendig, gleichzeitig noch mit dem gewissen Laissez-faire und charmanten DIY-Appeal. Schwerpunkt: Interviews mit Künstlern wie Mouse On Mars, Robocop Kraus, Zoot Woman oder Miss Kittin. Zudem Live-Footage, das sich deutlich vom allgegenwärtigen Trash auf YouTube & Co. absetzt.
Florence And The Machine - Drumming Song (live)
Temporary Big Things
by Andreas Boettcher on January 6th, 2010

Nach dem Pollroll der besten Alben, gibt es rückblickend noch vieles mehr was uns an die “Naughties” erinnern lässt. Da wäre: Der Hype. The next big thing. Das Internet und wie Myspace und Blogs die Musikwelt veränderten. Kaum gab es einen neuen Sound, musste auch schon ein Genre her, um die Maschine zum rollen und den Künstler wenig später ins Grab zu bringen. Electroclash, Mash-Ups, Grime usw. Eine Zusammenstellung der verblassten Trends sind in einem Artikel der New Yorker Wochenzeitung Village Voice veröffentlicht worden.
Außerdem: Einer der schlagfertigsten Gründe den physischen Tonträger zurück ins Wohnzimmer zu holen sind die vielen Boxsets, siehe unten. Man greift dafür deutlich tiefer in die Tasche als für ein Album bei iTunes, aber die Gründe das zu tun, liefert diese Auflistung der besten Veröffentlichungen von Collectors Editionen.

Joachim Zimmermann: Eine Abmachung mit der Atmosphäre
by Jan Schimmang on January 4th, 2010


Update: Joachim wurde für den Lex Rossen Award 2010 nominiert.
Der Fotograf Joachim Zimmermann bettet seine Sujets gekonnt in ein akzentuiertes Farbspiel. Seine Fotos verfügen oftmals über den Glam und die Hipness einer hedonistischen Disco-Nacht. Scheinbar prädestiniert für den Hochglanz des schnellebigen so genannten Lifestyle, gerne mit dem Schwerpunkt Musik. So portraitierte er u.a. bereits MGMT, Nina Persson oder Art Brut. Sein oben gezeigtes Foto von Zoot Woman stellt der gebürtige Schwarzwälder übrigens für Popmat zum Download zur Verfügung (1200×800 Pixel bei 72 dpi / Desktop MacBook). Er kann seine Inszenierung allerdings auch dem Kontext entsprechend reduzieren, bespielsweise für seine Landschafts- oder Architektur-Aufnahmen. Weil er modemäßig einer der stilsichersten Figuren des Prenzlauerbergs ist, wird diese Tatsache dementsprechend auch in seinen Fashion-Shootings transportiert. Auch wenn er beides wahrscheinlich verneinen würde. Es ist schon einige Jahre her, dass Joachim zweimal vordere Plätze beim Deutschen Jugendfotopreis belegte. Anschließend arbeitete er nicht nur für viele Pop-Magazine, sondern auch für den Suhrkamp Verlag oder Die Zeit - und fotografierte die Arctic Monkeys für das der Visions.
Was war das erste vernünftige Foto, das du gemacht hast?
“Das war im Jahre 2003. Ein schwarz-weiß Portrait in Südfrankreich. Ich mag es deswegen, weil ich später auf dem Foto in den Augen der Portraitierten etwas sah, das diesen Moment, die Gefühlslage, die Jahreszeit, den Ort und auch mich selbst widerspiegelte.
Welche Fotografen schätzt du und warum?
“Martin Parr für seine Liebe zu nationalen Klischees und Ticks und seine Einzigartigkeit diese abzulichten. Tim Walker beeindruckt mich mit seinen großartigen Inszenierungen. Und Sibylle Bergemann wegen ihrer zeitlos poetischen Portraits.”
Was zeichnet deiner Meinung einen guten Fotografen aus?
“Die ideale Mischung aus Hard- und Softskills, Talent, Technik, Organisiation, Konzentration, Einfühlungsvermögen und das Sehen sollten feinstens abgestimmt sein und sich bei jedem Shooting ideal miteinander arrangieren.”
Wer sollte mal von dir fotografiert werden?
“Chloë Sevigny. Ich spüre eine Abmachung in der Atmosphäre, dass es irgendwann dazu kommt beziehungsweise kommen muss.”
Zukunftspläne?
“Ich fotografiere natürlich weiterhin viel und plane derzeit einen Bildband mit meinen Arbeiten aus dem Musikbereich.”

