Sometree about “Moduin”
by Jan Schimmang on December 31st, 2009

Video and Photo were taken during the brilliant Restgeräusch Sessions via Rote Raupe.
The Singer: “‘Moduin’ was the first song that was written for our new record ‘Yonder’. Well, actually we started working on the main theme of the song a long time before we even thought about recording ‘Yonder’. We were asked to write a theme song for a short film of a befriended filmmaker. So we wrote and recorded a version of the song, we considered to fit the movie. After we decided that we wanted the song on the new record, too. But we all thought that we have to give the song a total makeover to fit on a Sometree record. Lyric wise the song follows the notion of going back to a long lost lover after years of longing and wondering, just to find out that you and the once loved one are complete different persons that can´t relate in any way.”
Dance and Sensibility: “Liebestänze” von Rainer Schmidt
by Jan Schimmang on December 28th, 2009

Laut Klappentext ließ ein neuer Sound die Herzen einer Generation nicht höher, sondern schneller schlagen. Ein arg bemühtes Klischee, eine schräge Phrase für das Lebensgefühl derjenigen, für die Techno nicht nur Musik, sondern Selbstfindung war. Vielleicht heute noch ist. In “Liebestänze” von Rainer Schmidt geht es um eine Suche. Um das Finden des Glücks, um den Kontrast zu dem bisher Erlebten, um die Sehnsucht nach anderen Horizonten.
Berlin, Mitte der Neunziger Jahre. Ein junger Bankmanager zieht in die Hauptstadt, zelebriert das hedonistische Nachtleben und verliebt sich. Der Rahmen für ein wildes Generationen-Portrait, das gleichzeitig auch eine Liebesgeschichte erzählt.
Der Roman funktioniert seit kurzem auch als Online-Projekt: In voller Länger wird er via Video im Netz vorgetragen. Es lesen unter anderem Rainald Götz, Feridun Zaimoglu oder Maxim Biller.
Benjamin von Stuckrad-Barre liest aus Rainer Schmidts “Liebestänze”:
Turn on the bright lights, this is it:
by Andreas Boettcher on December 22nd, 2009

Die Dekade nähert sich dem Ende. Was ist aufgefallen? Quietschbunte Sonnenbrillen statt schwarzer Kajal. Castingbühne versus Garage. Die Kuhglocke kam zurück, das Gitarrensolo nicht. Subgenres top, Bigseller flop. Die Listen sind bunt gespickt. An der Wahl, welches Album nun die Poleposition einnimmt, schliessen wir uns nicht an. Dafür die Best-Of-Listen bekannter Medien. Es folgt: Der Pollroll.
Pitchfork / Better Propaganda / NME / Guardian / Rolling Stone / Billboard / Intro / eMusic / Besteveralbums
Kraut + Rüben
by Andreas Boettcher on December 16th, 2009

Einer der wenigen musikalischen Exportschlager Deutschlands feiert seit Jahren sein Comeback. Zusammengefasst ist es Art-, Jazz-, Avantgarde- und Psychedelic Rock mit mal mehr und mal weniger Einfluss elektronischer Musik. Die Krautrock Welle hielt von den späten 60ern bis Mitte der 70er an und eigentlich wurde man erst gut 20 Jahre später auf die damaligen Qualitäten aufmerksam. Was in frühen Jahren gar nicht beabsichtigt war, wird erst durch Musiker der kommenden Generationen klar. Ob Juan Atkins und Techno oder Sonic Youth und Independent, die Experimentierkunst des Krautrock war vielfach der gemeinsame Nenner wenn es um Einflüsse ging und wurde somit pophistorisch bedeutend. Diese “Echoes”, wie Fujiya & Miyagi, Stereolab oder Gravenhurst treiben es nun versammelt mit den “Masters” La Düsseldorf, Guru Guru oder Faust auf einem Sampler, siehe oben. Also irgendwie etwas für Einsteiger als auch für alte Hasen, die wissen wollen wie die Musik heute klingt. Dafür gibt es hier auch einen Track der neuen Generation als Download.
Der bewegte Moment: Zum Gestus des King of Pop.
by Jan Schimmang on December 14th, 2009

Text zum Download.
Erschienen in Ästhetik & Kommunikation, Heft 146:
“Tanz, Mensch, tanz”, Ausgabe Herbst 2009.
Wir sind jung und brauchen kein Geld.
by Jan Schimmang on December 10th, 2009

Mit hedonistischer Regelmäßigkeit veranstaltet das Kollektiv um Delphine, Gaëlle, Marielle und Sofiane ihre Partys. Warum, wann und wie genau sie sich dazu entschlossen haben, bleibt bisher ihr Geheimnis. Berlin ist nicht ihre Heimat, aber ihre Stadt. Unter einem zum Slogan gekürten bürgermeisterlichen Bonmot haben sie sich auf Locations spezialisiert, die bisher nicht gerade vor Hippness strotzten. Beispielsweise den Zenner, Speicher oder den Tanz Palast. Am Freitag, den 11. Dezember, wird genau dort wieder gefeiert: Obentrautstraße 19, ab 22.30 Uhr. Mit unter anderem Session Victim (live) sowie den DJs Oskar Offermann und Edward oder DD5050. Foto-Quelle und alle weiteren Infos: Arm & sexy.

Mit Success auf dem Zeitgeist-Express
by Jan Schimmang on December 4th, 2009

Eine weitere fragwürdige Ergänzung in der Discographie Falcos. Man habe es einem Wasserrohrbruch zu verdanken, dass in einem Keller bisher ungehörtes Material entdeckt wurde. Ein paar Demos, original eingesungen, soundtechnisch überarbeitet. “The Spirit never dies”. Die Wertschöpfungskette auch nicht. Dass im Video des Titeltracks auch noch seine angeblich letzte große Liebe Caroline Perron ihre Rolle spielt, ist dann schon mehr als skurril - eher peinlich. Die große Bedeutung von Falco - nicht nur für die deutsche Popkultur - hat Walter Gröbchen bereits vor zwei Jahren formuliert. Gleich ein ganzes Buch widmet ihm Hans Bork, erzählt einfach mal “Die Wahrheit”. Die setzt sich natürlich aus Genie und Wahnsinn zusammen, bietet Exzesse und Eskapaden, versucht dabei aber auch Hans Hölz zu charakterisieren. So genannte Enthüllungsbücher darf man verurteilen. Aber wenn jemand sowas schreiben kann, dann in der Tat dieser Autor, der lange Zeit Falcos Manager war. Insofern lesenswert. Wie der Sänger sich selbst stilisieren, aber auch dekonstruieren konnte, zeigt unter anderem sein mutig inszenierter Auftritt bei Harald Schmidt in den Neunziger Jahren.
Wenn man Falco lesen möchte, dann am besten seine Texte. Immer wieder aufs Neue erschließt sich die Poesie seiner Zeilen: “Zwischen Weltbild und Success, fahren wir einen Zug, den Zeitgeistexpress”, schrieb er einst für “Les Nouveaux Riches” und dichtete: ”Ich kenne meine Partner, deine nicht. Die Quintessenz der Sprache ist Gift. Es gibt bessere und es gibt mich - du liebst das Leben, ich liebe dich.”
Über die mediale Vermarktung seines künstlerischen Vermächtnis könnte man sich echauffieren. Doch zugegeben: Die Faszination für Falco ist bisweilen sogar noch größer als der Respekt vor seinem Werk.
Nico und Sasha: Die Kunst der Kleidung
by Jan Schimmang on December 1st, 2009

Über Geschmack lässt sich streiten. Wer damit d’accord geht, ist hier richtig. Jede Diskussion redundant, Stilsicherheit als Konzept: “klassisch-avantgardistische Kleidung und Accessoires für Damen” heißt es in der Selbstdarstellung. “Extravagante Schnitte zwischen feminin und androgyn.” Die Klasse der Kleidung spiegelt sich im Interior und Arrangement der Modegalerie wider. Inspiration für die beiden Inhaberinnen Carolin Taurer und Marianne Weber waren die goldenen Zwanziger Jahre Berlins. Der Store Nico und Sasha befindet sich so auch konsequent im guten alten Westen der Hauptstadt, Charlottenburg: Schlüterstraße 31. Ein gutes Geschäft.

