POPMAT

Diskurs in circa dreizehntausend Zeichen.

by Jan Schimmang on September 29th, 2009

Die Fachschaftsinitiative Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin hat einen Essaywettbewerb zum Thema “Trash|Culture” ausgerufen. Wer jemals an einer Universität studiert hat, weiß, dass sich dort bisweilen alles doppelt so komplex liest, wie es sich einem dann in Wirklichkeit offenbart. So wahrscheinlich - hoffentlich - auch hier; vergleiche den Auszug aus der Aufgabenstellung:

“Wie wandelt sich ‘Trash’ und dessen Begriff im Verhältnis zur ‘legitimen’ Kultur und deren Idealbild von sich selbst? Entstehen neue Lücken - oder sind solche shiftings als egalitäre Maßnahme zu verstehen? Wo wäre heute der ‘wahre’ Trash in Abgrenzung zum ‘aufgehobenen’ Trash zu suchen? Welche Grenzen bestehen oder bestanden nie? Wo liegen Möglichkeiten, Subversionen, Grenzen und Gefahren einer affirmativen oder kritischen Trash-Kultur?”

Alle Informationen zu dem Wettbewerb finden sich auf der oben verlinkten Website. Als Einstiegslektüre sei übrigens diese Ausgabe der Zeitschrift Ästhetik und Kommunikation empfohlen.

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Paul Kalkrenner zwischen modernem Märchen, Sittengemälde und Zeitportrait.

by Andreas Boettcher & Jan Schimmang on September 25th, 2009

Seit kurzem mit Bonus-Material auf DVD erhältlich: In “Berlin Calling” geht es ums Berliner Nachtleben, aber auch um viel mehr. Freundschaft. Scheitern. Exzess. Leidenschaft. Liebe.

Paul Kalkbrenner, der auch den Soundtrack produziert hat, spielt bekanntlich nicht sich selbst - eben nur ein bisschen. Der Protagonist spricht im Interview über die Sexszene, Drogen und warum man dramaturgisch etwas übertreiben darf.

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Slow attacked by Brett Anderson

by Jan Schimmang on September 23rd, 2009

The voice of Ex-Suede will release his third solo album “Slow attack” in October via his own label. There will be new rehearsals of the recordings on his YouTube channel til the official album is available. He has worked on it with Leo Abrahams. Here is a preview of some new tracks in a lovely mix:

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Florian Kolmer: Look & Feel - weniger Technik ist mehr Leidenschaft.

by Jan Schimmang on September 17th, 2009

Er arbeitet am liebsten ohne großes Tamtam. Mit einem kleinen Team und geringem technischen Aufwand am Set, konzentriert sich Florian Kolmer auf das Wesentliche: die Persönlichkeit. Seinen Ursprung nahm diese Entwicklung vor acht Jahren, als Florian (im Bild oben mit Hut neben Eric D. Clark und Hugo Capablanca) regelmäßig für die iD arbeitete: 50 Pfund pro veröffentlichtes Foto lassen keine Extravaganzen bei der Produktion zu. So schonte er nicht nur seinen Geldbeutel, sondern schärfte auch sein fotografisches Auge. Im Laufe der Jahre standen schon viele Prominente vor seiner Kamera - Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Daniel Brühl, Pharell Williams, Boy George oder Jarvis Cocker wurden von ihm fotografiert. Für den Stern portraitierte er gerade Charlotte Roche (siehe Foto oben). Gelegentlich legt Florian Kolmer als DJ in diversen Berliner Clubs gute Platten auf. Mit viel Leidenschaft und kreativem Mut. Genau so wie er fotografiert.

Was war das erste vernünftige Foto, das du gemacht hast?

“Im Sommer 1997 fotografierte ich eine Bademoden-Strecke in einem Freibad, in der Nähe von Hamburg. Das Syling war mittelmässig und die Modelle zickig. In einer Pause knipste ich nebenher eine Gruppe von Kindern, die dort spielten. Die Modestrecke verschwand ein Jahr später aus meinem Portfolio, die Kinderfotos zeige ich immer noch.”

Welche Fotografen schätzt du und warum?

Horst P Horst für seine Portraits von Jean Cocteau, Coco Chanel, Luchino Visconti und den jungen Yves Saint Laurent. Annie Leiboviz, weil ihr Werk die grösste zeitgeschichtliche Relevanz aller lebenden Fotografen hat. Und weil sie - genau wie ich - nicht mit Geld umgehen kann. Außerdem noch Jürgen Teller, weil er mit seiner Fotografie den Weg für eine ganze Generation von Modefotografen ebnete.”

Was zeichnet deiner Meinung einen guten Fotografen aus?

“Was einst Negativ und Labor war ist heute Digi-Back und Photoshop. Ich finde ein guter Fotograf sollte nach wie vor in der Lage sein, einen Plus X Pan ordentlich zu belichten, ihn selbst zu entwickeln und schliesslich einen sauberen Baryt Print zu machen.”

Wer sollte mal von dir fotografiert werden?

“Dolly Buster.”

Zukunftspläne?

“2010 soll das Buch “Les Disc Jockeys” erscheinen. Eine Mischung aus Fashion-, Portrait- und Backstage Fotografie über DJs und Clubculture. Und irgendwann werde ich mal in der Panoramabar auflegen.”

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Release: 18. September

by Jan Schimmang on September 14th, 2009

Finally it´s finished and the Band is on tour in autumn. The video below was recorded in Berlin this summer featuring Konstantin Gropper (Get Well Soon) on vocals: this live version is available as free MP3.

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“Die Grenzen zwischen Laptop und Proberaum.”

by Jan Schimmang on September 9th, 2009

Mathias “Munk” Modica hat gerade die neue EP der Sterne produziert: “Der Riss” wird am 9. Oktober erscheinen, via Gomma. Frank Spilker: “Die Grenzen zwischen Laptop und Proberaum, DJ Pult und Bühne sind es, die in diesen Tagen eingerissen werden und verschwinden. Wer kann heute beim Hören eines Stückes sicher sagen ob es auf einem Computer oder im Proberaum entstanden ist? Und wem ist das überhaupt noch wichtig?  Die neuen Stücke der EP, sind weder Mix, noch Remix. Ein Original wird nicht behauptet oder es ist unterwegs verloren gegangen und `Die Sterne´ betreiben damit ein Stück Modernisierung, die ihre eigene Geschichte mitdenkt und komplettiert.” Zwischenzeitlich fand Modica übrigens trotzdem Zeit, den nun ausklingenden Sommer zu huldigen: “Rivera Rollin”.

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The Informers: Geldgier ist gut, Sex kein Problem und die Jugend für die Ewigkeit.

by Jan Schimmang on September 3rd, 2009

“The Informers” von Bret Easton Ellis aus dem Jahre 1994 ist, was den Flow der Handlung betrifft, nicht unbedingt leichte Kost: dezent miteinander verwobene Stories verschiedener Charaktere. Kein in sich geschlossener Roman, streng genommen aber auch keine Kurzgeschichtensammlung. Ein Hybrid, mit vagen Ausflügen ins Surrealistische. Dennoch ist die Verfilmung des Werks seit kurzem in den amerikanischen Kinos zu sehen - u.a. mit Mickey Rourke, Kim Basinger und einem stimmigem Soundtrack. Für viele nur ein weiteres belangloses Kapitel aus der kranken Welt des Autors. Für allen anderen: auch genau das - nur eben nicht belanglos, sondern dramaturgisch auf den Punkt inszeniert.

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Ein Tag im Leben

by Andreas Boettcher on September 1st, 2009

Das ehrgeizigste und innovativste Programm, dass die Fernsehsparte des RBB bis dato präsentiert, wird am Samstag um 6 Uhr früh gestartet. “24h Berlin” heißt das Projekt, das gemeinsam mit Arte und Partnern in Angriff genommen wurde. Vor exakt einem Jahr waren rund 80 Kamerateams in der Hauptstadt unterwegs, um diese eins zu eins aufzunehmen. Von Currywurstbude bis zum Champagnerempfang, vom Immobilieninvestor bis zum Hartz IV-Empfänger, von der Grunschülerin bis zum stadtbekannten DJ. 24 Stunden lang. Von 6 bis 6 wird das Programm übertragen und auch in der Stadt bei über 30 Public Screenings an keinem vorübergehen.  Ein Stück Zeitgeschichte, die man vielleicht erst in 10-50 Jahren richtig zu schätzen weiß.

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