POPMAT

“Last night was a complete desaster.”

by Jan Schimmang on July 28th, 2009

Merlin Bronques does kind of short films as well. A “Ruff night” in seven minutes, reminds on LCD Soundsystem: “New York I love but you´re bringing me down”.

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Koletzki kommt

by Jan Schimmang on July 27th, 2009

Berlin Allstars: “Großstadtmärchen”, das neue Album von Oliver Koletzki, wird Anfang September erscheinen. Erstaunlich große Momente Pop-Momente featuring u.a. Kate Mosh, Juli Holz, Bosse - und auch Mieze Katz säuselt ein paar Zeilen. Wird der Clubwelt den Kopf verdrehen, versprochen. Die erste 12″ gibt´s nächste Woche und flirtet schon mal vor. Siehe Video.

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Suicide Commando

by Jan Schimmang on July 23rd, 2009

Die Internet-Welt richtet sich nach Google, schließlich auch nach den Möglichkeiten, mit einer Website ein bisschen Geld zu verdienen. Zum Glück richtet sich deren Ads nicht nach den Bedürfnissen der User. Gefunden wurde das nicht gefakte Killer-Highlight übrigens in der Anzeigen-Rotation auf dieser Seite - die nebenbei noch was Gutes zu berichten hat: das neue Album von Ian Brown wird im September erscheinen. Popmat bleibt übrigens bis auf weiteres absolut werbefrei am Leben.

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Viva la crisis

by Andreas Boettcher on July 22nd, 2009

“My name is Nicolas. I have a nice car, I have a nice flat, I have 298 facebook friends and a myspace page, but my life completely sucks. Due to the world economic crisis my business went down to zero in 2009. So I sold all my stuff and started travelling. That’s my story.”

Eine verdammt gute Story. Generation Krise Redux. Die Mission des Krisenflüchtling Nicolas Clasen kann man auf egotrip.fm verfolgen.

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“When you are fu**ing for a living, not everyone is going to understand it – and even less are they going to like it.”

by Jan Schimmang on July 15th, 2009

Unsere Gesellschaft ist scheinbar bestmöglich enttabuisiert und aufgeklärt, alles ist bis ins letzte Detail ausgeleuchtet. Zumindest kann man mit Pornografie nicht mehr provozieren. Alles ist ganz normal, was immer das heißen mag. Sex sells weiterhin, ist aber vielleicht nicht mehr richtig aufregend, weil er sich kaum noch rar macht. Um so erstaunlicher wie gleichermaßen nachdenklich und bisweilen erschrocken der Betrachter zurückbleibt, wenn er einen Blick hinter die Kulissen werfen darf. Wenn sich die Leidenschaft in die Banalität des Alltags ergießt, wenn ein Höhepunkt dem nächsten folgt und zwangsläufig in die Belanglosigkeit mündet.

Jens Hoffmann ist eine gute Dokumentation über die alltägliche Arbeit in der amerikanischen Pornoindustrie gelungen. “9 to 5 days in porn” läuft derzeit in den Kinos und spiegelt das daily business einer grotesken Branche wider, die ihre goldenen Zeiten vor der digitalen Revolution längst hinter sich hat. Die Kamera begleitet Pornostars wie Sasha Grey, Belladonna oder Audrey Hollander. Diesem Film ist dabei hoch anzurechnen, dass er einerseits keineswegs für das Geschäft mit dem sexuellen Schauspiel wirbt, anderseits auch nicht scheinheilig moralisiert. Denn es wird auch deutlich, dass diese Branche nicht grundsätzlich als verantwortungslos zu tadeln ist: zwischen all dem Sexismus, der psychologischen Belastung und dem gesundheitlichen Risiko gibt es scheinbar Charaktere, die im Porno ihre aufrichtige Erfüllung gefunden haben. Es geht um Verständnis - vergleiche das aus dem Film entnommene Zitat in der Überschrift - aber auch um die Entlarvung von Klischees und Vorurteilen, wobei gleichzeitig naive Rechtfertigungen widerlegt werden. Die Komplexität dieses Geschäftes ist im Fazit so ausdifferenziert, dass man sie selbst in einer würdigen Dokumentation kaum schlüssig aufbereiten kann.

Und trotzdem, wenn der Begriff “authentisch” nicht so überstrapaziert wäre, dürfte man ihn für diesen Film gerne bemühen. In jedem Falle leistet er eine Sensibilisierung für die menschlichen Zwischentöne während des lauten Gestöhnes im Kontext der lukrativsten Hauptsache der Welt. Den (weiblichen) Darstellern wird mit dieser Dokumentation zudem endlich ein würdiges Publikum gegönnt, dass ihnen ausnahmsweise mal zuhört. Und das sogar, wenn die Kamera läuft.

Deleted scene aus “9 to 5 days in porn”:

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Zwischen den Zeilen

by Jan Schimmang on July 13th, 2009

Arte zeigt an diesem Mittwoch um 23.15 Uhr eine sehenswerte Reportage. Die Regisseurinnen Abbey Neidik und Irene Angelico dokumentieren in “Hochglanz hochpolitisch” die komplexen Mechanismen zwischen dem internationalen Zeitschriftenmarkt und der globalen Politik bzw. Wirtschaft. Dabei portraitieren sie en passant die prägendsten Magazine der Gegenwart wie z.B. Time, den Rolling Stone oder Playboy, zeichnen deren Entwicklung nach und bieten einen Einblick in das redaktionelle Szenario. Eine Branche zwischen Einfluss und Abhängigkeit.

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Digital Galore

by Andreas Boettcher & Jan Schimmang on July 9th, 2009

Mit der Galore ist wieder eine Zeitschrift vom Kiosk verschwunden, die ursprünglich ein großes Ziel verfolgte: nicht nur die oberflächigen Interviews mit den üblichen Verdächtigen, sondern ausführliche Gespräche mit Menschen, die sonst nicht im Rampenlicht stehen. Mit den Jahren verwässerte dieser Anspruch zwar, aber Galore blieb ein gut gemachtes Interview-Magazin - das nun im Web weitermacht: über 800 Interviews stehen im Archiv kostenlos und vollständig zur Verfügung. Sei es aktuell Susanna Riethmüllers Gespräch mit Stacy Peralta oder weit zurückliegend Stefan Adrians Fragen an Nora Tschirner. Neue Interviews sind bereits in Planung.

P.S.

Wer dem Papier nicht widerstehen möchte: das Bild oben zeit das Covers des Buches “Galore Interviews - das Beste aus fünf Jahren”.

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“Ein Billigprodukt namens CD.”

by Jan Schimmang on July 7th, 2009

Dass die diesjährige Popkomm dann doch irgendwie überraschend abgesagt wurde, war eigentlich nur eine Randnotiz, weil sie faktisch für die Branche nur noch sehr bedingt relevant war. Dennoch steht diese Meldung pars pro toto für das Ausmaß der misslichen Situation: der Musikindustrie geht es so schlecht, dass sie es sich nicht mal mehr leisten möchte, sich selbst zu feiern.

Dieter Gorny, Leiter des Bundesverbandes der deutschen Musikindustrie - und früher einmal Mitbegründer und Geschäftsführer des Senders VIVA - betont auf allen Kanälen wie wichtig eine Regulierung des Angebots bzw. wie erforderlich die konsequente Verfolgung nicht rechtmäßiger Nutzung musikalischer Inhalte sei. Auch die Absage der Popkomm führte er wagemutig recht direkt auf illegale Downloads zurück. Kausal verantwortlich scheint bei ihm ziemlich vorschnell oftmals ausschließlich der vermeintliche Raubkopierer.

In diesem Kontext sei der Klartext von Berthold Seliger in der Berliner Zeitung empfohlen (danke an Tonspion für den Tip). Auzüge: “In ihren Jubeljahren hatte die Tonträgerindustrie den Kunden ein Billigprodukt namens CD untergejubelt und ihren Backkatalog noch einmal zu überhöhten Preisen an die Fans verkauft, entsprechend schwamm sie im Geld.” Und: “Das Geschäftsmodell der Tonträgerindustrie ist überlebt und so siech wie der Quelle-Katalog. Der Daseinszweck der Tonträgerindustrie war es, Musikaufnahmen zu finanzieren, zu kopieren und zu vertreiben. Alle drei Aufgaben sind mittlerweile obsolet: Mittlerweile beherrschen die Künstler die Produktionsmittel, und in Zeiten von Internet ist es leicht, direkten Kontakt zwischen Künstler und Publikum herzustellen.”

Sehr auf den Punkt, wenn auch leichter geschrieben als effektiv in der Praxis realisiert. Und als Konzertveranstalter ist Seliger wohl auch nicht so hart vom aktuellen Szenario getroffen wie ein kleines Label, das längst nicht mehr nur von seinen Verkäufen leben kann, sondern strategisch auf innovativen Kommerz - also andere Einnahmequellen wie Lizenzierungen, Werbedeals o.ä. - angewiesen ist.

Aber, und das ist wichtig, liebe Musikindustrie: dass Songs in der Wahrnehmung bisweilen zur profanen Datenmenge verkommen sind, vor denen viele Hörer den Respekt als Kunstwerk verloren haben, ist ein Problem. Insbesondere übrigens für die Musiker selbst. Doch die Industrie sollte eigentlich in der Lage sein, die ökonomischen Chancen des digitalen Zeitalters zu nutzen. Der wehmütige Rückblick in die analoge Welt hilft auch nicht weiter. Das Warten hat noch kein Ende, aber es gibt noch Hoffnung: euer attraktives Angebot der Zukunft klingt immer noch besser als eine billige Raubkopie - meint zumindest der vermeintlich the user formely known als umworbener Kunde aka Musikliebhaber.

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Auf den guten Seiten

by Jan Schimmang on July 6th, 2009

“Kein Studentenmagazin” sagt die Redaktion. Es handelt sich dabei vielmehr um ein Projekt des Kommunikationsforum. Dass sich Christian Jendreiko dem Phänomen Michael Jackson widmete, eben kurz vor dessen Ableben, mag Zufall sein. Grundsätzlich verdient das Gespür für Themen und vor allen Dingen deren textliche und grafische Umsetzung auf dickem und nicht hochglänzendem Papier viel Respekt. Sei es die Analyse der Strategie des “Hochschlafens” oder eine Collage der letzten Funksprüche abstürzender Flugzeuge: Aufstieg und Fall überzeugt nicht nur mit look & feel, sondern ist auch schlichtweg lesenswert. Ein Gesellschafts- und Kultur-Magazin, das viermal im Jahr erscheinen soll und mit seiner ersten Ausgabe stilsichere Akzente am Zeitschriftenmarkt setzt.

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Andreas Mühe: Der Fokus des Raumes

by Jan Schimmang on July 2nd, 2009

Mit spartanischer Inszenierung verleiht der Fotograf Andreas Mühe seinen Bildern einen konzentrierten Effekt. Oder wie F.C. Gundlach formuliert: “ein Werk von außerordentlicher Konsequenz”. Für den Spiegel fotografierte er neulich die Bundeskanzlerin und portraitierte viele Charaktere aus Kunst, Lifestyle und Pop. Ab dem 22. Januar wird seine Ausstellung über die Galerie Camera Work in Berlin zu sehen sein.

Was war das erste vernünftige Foto, das du gemacht hast?

“In meiner Serie über das Seebad Prora gibt es drei Motive, die ich als zeitlos bezeichnen würde. Sie sind 2004 entstanden für die FHM Collection. So ein richtiges Schlüsselbild gab es nicht.

Welche Fotografen schätzt du und warum?

Jeff Wall. Er vermittelt in seinen Fotos die gewisse Leichtigkeit und beherrscht den gekonnten Umgang mit den Dimensionen des Raumes.”

Was zeichnet deiner Meinung einen guten Fotografen aus?

“Wenn er etwas von seinem Handwerk versteht, dann ist er in der Lage, mit den Objekten zu spielen und seine Bilder können mir etwas mitteilen.”

Wer sollte mal von dir fotografiert werden?

Dave Gahan.

Zukunftspläne?

“Ich bereite gerade meine eigene Ausstellung vor. Und ich werde auch bald meine Arbeit hinter der Video-Kamera fortsetzen.”

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