Abschied und Neuanfang
by Jan Schimmang on June 30th, 2009

Die aktuelle Ausgabe der politischen Kulturzeitschrift Ästhetik & Kommunikation ist ab sofort im ausgewählten Buchhandel erhältlich. Darin widmen sich Andreas Galling-Stiehler und Jürgen Schulz dem Hirn der Masse, Thomas Becker schreibt über Foucault, Joseph Huber fragt “Geld regiert die Welt - wer regiert das Geld?” und Dirk von Lowtzow spricht über die die künstlerische Simplifizierung. Plus viele weitere Beiträge auf über 200 Seiten.
Freak Out
by Andreas Boettcher on June 29th, 2009

Die erste Buchveröffentlichung von djhistory.com. Must have für die Neo-Disco-Generation, das hier sind die Wurzeln. Inhalt:
With reviews of every disco record worth knowing about, weekly reports from New York’s club scene, classic magazine articles and 800 contemporary club charts, this is the definitive chronicle of disco. It’s the personal memoir of Vince Aletti, the very first writer to cover the emerging scene, bringing to life the clubs, the characters, and above all the music. 484 Pages and over 2000 disco records reviewed.
Pfund ist günstig, so buy it.
“We’re takin’ over, we have the truth. This is the mission to see it through.”
by Jan Schimmang on June 26th, 2009

Das Zitat ist “Another part of me” entnommen, einem Song von Michael Jackson.
Musique in Berlin
by Andreas Boettcher on June 19th, 2009

Sonntag ist Sommeranfang und der längste Tag des Jahres. Eigentlich schon Grund genug die Sonntagsdepression abzuzlegen, auf die Straßen zu gehen und die Sonne hervorzukitzeln. Dazu gesellt sich wie jedes Jahr zum 21. Juni auch die Fête de la musique. Eigentlich dieses Jahr etwas unglücklich, ist das Berliner Publikum doch eh schon verwöhnt von den sonntäglichen Open Airs und Karaoke Sessions in Parks und Co. Aber abwechslungsreicher wirds wie z.B. mit Warren Suicide und Kissogram im Mauerpark, BDM im RAW-Tempel oder Neurocomic an der Schillingbrücke: das komplette Programm.
Generation Krise
by Jan Schimmang on June 15th, 2009

Die Titelgeschichte “Wir Krisenkinder” in der aktuellen Ausgabe des Spiegel, verfasst von Philipp Oehmke, Mathieu von Rohr und Sandra Schulz, ist ein mit Abstrichen sehr gelungener Abriss über die Misere der 20 bis 35-Jährigen, die zwischen die gesellschaftlichen und ökonomischen Fronten geraten sind. Darin stehen viele schlaue Sätze, Auszüge: „Der einzige unbefristete Vertrag, den diese Generation noch ohne Probleme bekommt, ist der Trauschein“ (zynisch auf den Punkt) oder „es ist das Wissen darum, dass das Versprechen nicht mehr gilt, dass es ihnen einmal besser gehen soll als ihren Eltern“. Fragwürdig nur, dass dabei stets der latente Vorwurf mitschwingt, die Generation sei auch selbst an ihrer Krise schuld, weil sie unpolitisch sei und keinen Widerstand gegen die Missverhältnisse leiste. Denn ein bisschen Protest und Rebellion fällt eben leichter, wenn das Berufsleben planbar ist und man per se im Alter abgesichert ist – wie es seit den 60er Jahren hierzulande weitestgehend der Fall war. Wer ohne berufliche Perspektive durch sein Leben gehen muss, aber auf dessen Schultern trotzdem eine hohe Qualifikation lastet, der ist vom Arbeitsmarkt schlichtweg erpressbar. Willkommen in der Realität.
Das Problem dieser Generation ist, dass sie umgeben ist von Altersprivilegien à la Betriebsräte kümmern sich um den Schutz der Tarifverträge. Eine lobenswerte soziale Angelegenheit, nur leider mit dem entscheidenden Manko, dass sie auch Neueinstellungen faktisch konsequent blockiert. Dass Karstadt am Ende ist und Nokia ein deutsches Werk geschlossen hat, trifft die Mitarbeiter hart und beschäftigt die Medien wochenlang inklusive öffentlicher Empörung. Dass für die Betroffenden allerdings durchaus zumutbare Übergangslösungen gelten von denen so mancher, der orientierungslos als urbaner Penner über die Kastanienalle tapert, nur träumen kann – das schreibt kaum jemand.
Die Generation Krise, bedacht mit der Freiheit durch den Mauerfall, aber auch mit dessen wirtschaftlichen Herausforderungen, seit dem 11. September 2001 verängstigt durch die Bedrohung des globalen Terrors und jetzt resignierend vor der Weltwirtschaftskrise, hat einfach keine Lobby: die Eltern finanzierten ihre zumeist hochqualifizierte Ausbildung, sie hat sich nichts zu Schulden kommen lassen, aber die einzige Sicherheit die sie jetzt hat, ist, dass die Rente der Generationen vor ihr auf ihre Kosten gewährleistet wird.
Jedenfalls präsentieren die Autoren des Spiegel ein treffendes Generationsportrait featuring der üblichen Verdächtigen wie Sascha Lobo, Timm Klotzek, Sarah Kuttner oder Wolfgang Gründinger. Und auch, wenn es in diesen Zeilen hier subtil so durchklingen mag: nein, für Selbstmitleid bleibt keine Zeit. Denn gefangen im Alltag des Konjunktivs ist man zwischen Fernbeziehung, dem Versuch einer erfüllenden Lebensplanung und dem nächsten freien Auftrag viel zu sehr beschäftigt.
Jan Schimmang
Work in progress
by Jan Schimmang on June 13th, 2009

Sometree are back from their tour with Snow Patrol. A few impressions and a teaser for the forthcoming new album called “Yonder”.
Portable Document Format: Brand Eins
by Jan Schimmang on June 10th, 2009

Im Ressort Wirtschaft und Gesellschaft steht diese Zeitschrift seit jeher für Beiträge der - im wahrsten Sinne des Wortes - etwas anderen Art: dem Wortlaut nach hier bitte wirklich als publizistische Kunst zu verstehen. Und ebenso wie die De:Bug, stellt das Magazin Brand Eins sein Archiv digital zur Verfügung. Unentgeldlich und somit erst recht klickenswert.
So 90s
by Andreas Boettcher on June 5th, 2009

Es ist alles gesagt oder wird in den nächsten Wochen wieder in unser Gedächtnis gerufen. Die für viele authentischste Band mit dem besten Live-Sound veröffentlicht heute ihr 16. Studio Album auf dem Indie-Label Matador Records. Das Ehepaar Kim und Thurston sind immernoch das Aushängeschild und Ikonen der Generation X, die einem vor Augen hält, dass altern auch echt cool sein kann. Im Oktober spielen Sonic Youth wieder live in Berlin, deren neues Werk nicht nur mit einer euphorischen Review gewürdigt wird. Unbedingt einen Blick auf das lässige Musikvideo von “Dirty Boots” vom Album “Dirty” werfen, das heute als “so 90s” bezeichnet werden würde - als Kind der oben genannten Generation fühlt man sich sofort wieder in diese Zeit zurückversetzt.
The 12″ Series (Episode 4): Zoot Woman - Living In A Magazine
by Jan Schimmang on June 2nd, 2009

Was ist eigentlich Pop? Ein Frage, die zu endlosen Diskursen einlädt. Aber auch eine Frage, die mit einer einzigen Platte beantwortet werden kann: Zoot Woman gebührt dafür Respekt und ein Credit auf Lebenszeit. Der Titeltrack ihres Debütalbums ist von der ersten bis zur letzten Sekunde, vom Artwork über das Sloganizing des Titels bis hin zum Video perfekt durchstilisiert. Die Original-Version bleibt dabei unübertroffen, in jeder Hinsicht vollkommen state of the art, dank der gelackten Produktion eines Stuart Price ist der Track selbst von schnelllebigen Zeitgeist nicht einzuholen.
Anfang August wird hierzulande das neue Album „Things Are What They Used To Be” via Snowhite erscheinen. Schön, dass sich Price nach seinen zwiespältigen Ausflügen in die Gefilde von Madonna, Seal und den Killers wieder auf das Wesentliche konzentriert: seine eigene Band.
