Die Platte meines Lebens
by Jan Schimmang on April 28th, 2009

Eine durchweg lesenswerte Rubrik in der Zeit, die kaum näherer Erklärung bedarf. Eine Verbeugung vor der emotionalen Bindung zwischen der Erinnerung und diesen ganz bestimmten Songs: mal nüchterne Reflexion, bisweilen pathetische Glorifizierung, oftmals Hassliebe - meistens irgendwas dazwischen.
The factory of Madchester
by Andreas Boettcher & Jan Schimmang on April 20th, 2009

It was one of the most famous clubs worldwide: The Haçienda in Manchester. The location were Madchester Rave were born, legendary Bands were playing there before and on top of their fame (i.e. Stone Roses, Happy Mondays, New Order, The Smiths). The influence of this club were dignified in the film 24 Hour Party People and it was the basement of the label Factory Records. A big reference for a lot of artist - not just for Peter Saville. The club finally closed in 1997, the last gig was performed by Spirtualized. Today it´s a place for expensive apartments. This visual trip is a hommage to that historical building, the palace of Manchester´s popculture.
The 12″ Series (Episode 2): The Creepers - Baby’s On Fire
by Andreas Boettcher on April 17th, 2009

Das Original von Brian Eno erlangte 1973 auf dessen legendären Album “Here Come The Warm Jets” seinen Kultstatus. 1998 für den Film Velvet Goldmine gecovert, erreichte es 2004 in der Version von Superpitcher auch den Dancefloor. Aber trotzdem sollte diese Version von 1987 auf In Tape Records, um die Band des ehemaligen The Fall Gitarristen Marc Riley hervorgehoben werden:
The Creepers verleihen dem Song in 2 Minuten unglaubliche Intensität. Anfänglich kickt die Bassdrum nur auf jeden zweiten Beat bis die wahnsinnigen 30 Sekunden mit Metall zersägenden Gitarren und creepy Keyboards folgen: um alles zu zerschmettern. Anschließend wird das Stück wieder ruhiger, bis sich das musikalische Thema noch einmal - viel zu kurz - wiederholt. Genau diese Reduktion macht diesen Song zu etwas Besonderem.
Wie war das doch gleich mit dem Anspruch der Popkritik?
by Jan Schimmang on April 8th, 2009

Mark Terkessidis hat für Der Freitag einen sehr schlauen Artikel über die gewisse Redundanz des Journalismus im Kontext der Popkultur verfasst. Darin macht er u.a. auch noch mal deutlich wie problematisch das Verhältnis vom schnöden Mammon der Industrie und dem kulturellen Extrakt für die Bedeutsamkeit des Pop sein kann. Es geht um die fehlende Bereitschaft zur Recherche, um die Paraphrasen der Werbetexte, um die Relevanz der popkulturellen Analyse schlechthin. Kann man alles nur abnicken, hat man hoffentlich auch schon so oft getan, dass einem mittlerweile der Nacken weh tut. Aber eine kleine Marginalie - im Sinne eines subtilen Hallo an die Wirklichkeit: wer von Texten über die Popkultur leben möchte, dem bleibt eigentlich kaum Zeit für solche romantischen Abhandlungen.
Szenen einer Ehe
by Jan Schimmang on April 6th, 2009

Ihr Titel “Officer Of Hearts” ist ein schöner Slogan für den Frühling, wobei dem zweiten Album der Handsome Furs eigentlich stets eine destruktive Morbidität anhaftet - vergleiche das großartige Video unten. Jedenfalls ist Dan Boeckner (Wolf Parade) und Alexei Perry mit “Face Control” ein Album gelungen, das Lo-Fi-Ästhetik und pathetischen Gestus leidenschaftlich miteinander vereint: die Rotation der große Gefühle zwischen Electronica und Rock. Zudem ein ziemlich slickes Ehepaar.
West Ryder Pauper Lunatic Asylum?
by Jan Schimmang on April 2nd, 2009

Kasabian haben mit ihrem Debüt eines der vielleicht wichtigsten britischen Alben der letzten fünf Jahre veröffentlicht: mit absolutem Größenwahnsinn beamten sie den Spirit von Madchester in die Gegenwart. Ihr zweites Werk fand nicht so recht den Anschluss - so klingt es, wenn Genie zu aufgeblasender Arroganz verkommt.
Ihr neuer Track “Vlad the Impaler” aus dem im Sommer erscheinenden Album mit dem mysteriösen Titel “West Ryder Pauper Lunatic Asylum” steht auf ihrer Website nur noch ein paar Stunden zum kostenlosen Download bereit.
Music is my radar
by Andreas Boettcher on April 1st, 2009

Der physische Tonträger wird sich im Laufe der Zeit immer rarer machen. Aber richtige Begeisterung, für Musik aus dem Netz zu zahlen, macht sich auch nicht breit. Innovative Ideen sind daher immer willkommen. Tentracks ist genau so eine. Das Konzept ist einfach, jeder Besucher kann sich ein Paket von zehn Songs für £1 downloaden. Überwiegend unbekannte, dafür aber innovative Bands sind vertreten. Um die Qualität zu sichern, werden die Downloads von bekannten Kollektiven, DJs und Labels wie beispielesweise Optimo gesteuert - und sind eben nicht nur nach Labels, sondern auch entsprechend nach ihren Hosts sortiert. Im Falle von Optimo ist Geschmackssicherheit garantiert, auch wenn die Komplexität des Angebots es nicht gerade leicht macht, die Highlights auf dem Radar des Repertoires zu entdecken.
