Opti(e)mo(tion)
by Andreas Boettcher & Jan Schimmang on November 30th, 2007

Keith, Rachel, Jonnie, Jan & Andreas at Optimo´s 10th Birthday in the Sub Club, Glasgow.
“The atmosphere at the end of Sunday night was perhaps the most insane we have ever seen - wild!”
(JD Twitch & JG Wilkes)
Thanks for trusting us.
In the video interview JG Wilkes from Optimo talks about good and bad music.
Schattenspiel
by Jan Schimmang on November 27th, 2007

Im Januar wird hierzulande Anton Corbijns Film über das Leben von Ian Curtis anlaufen. Geschichte und Mythos sind bekannt. Der Feuilleton und die Medienlandschaft wird sich überschlagen, versprochen. Der Control-Wahn ist vorprogrammiert.
Der Regisseur besteht darauf, dass der Film eine Liebesgeschichte erzähle und nicht die Chronologie der Band Joy Division thematisiere. Genau das dürfte insbesondere daran liegen, dass “Touching from a distance” in der deutschen Übersetzung “Aus der Ferne” - geschrieben von Curtis´ Witwe Deborah - als Vorlage für sein Drehbuch diente.
Ohne den Film zum jetzigen Zeitpunkt gesehen zu haben, leisten Deborah Curtis´ Erinnerungen vor allen Dingen eines: sie entmystifizieren. Ian Curtis wird natürlich als der charimatische Künstler gezeichnet. Er wird aber auch als der eifersüchtige, jähzornige und unehrliche Ehemann beschrieben, der seine Tochter kontinuierlich vernachlässigt hat.
In dieser niedergschriebenen - aber zweifelsohne natürlich auch vehement subjektiven - Deutlichkeit einer letztendlich verschmähten Ehefrau, hätte man das nicht erwartet. Nichtsdestotrotz ergeben die Zitate und Ansichten der Bandmitglider und der Personen aus Curtis´ Umfeld ein Gesamtbild. Nämlich den Widerspruch zwischen dem sensiblen Künstler und einem beinahe erschreckend lethargisch-emotionsarmen Charakter.
Selten war die Phrase “kill your idols” - die in diesem Falle eh recht zynisch anmutet - leichter zu beherzigen als nach dieser Pflichtlektüre vor dem Kinofilm.
Das Bild ist übrigens der deutschen Ausgabe entommen und wurde von Kevin Cummins fotografiert.
(P)op(ma)timo
by Andreas Boettcher & Jan Schimmang on November 22nd, 2007

JG Wilkes und JD Twitch feiern Geburtstag. In Glasgow. Am Freitag und Sonntag. In der School Of Art und im Sub Club. Zum 10-jährigen Jubiläum von Optimo. Und Ebony Bones ist auch dabei. Jimi Tenor wird auf sie aufpassen. Gute Nacht.

The Pierces
by Andreas Boettcher & Jan Schimmang on November 21st, 2007

Die beiden Schwestern aus New York - denen so lasziv langweilig ist - haben für das unten stehende Video ihren Track “Turn On Billie” live und acoustic gespielt. An der Gitarre übrigens Roger Greenawalt (wie schon vor rund fünfzehn Jahren bei Sophie B. Hawkins); heute arbeitet der Mann u.a. mit Adam Green, Ben Kweller und Albert Hammond Jr. zusammen. Und mit den Pierces: er hat ihr aktuelles Album “Thirteen Tales Of Love And Revenge” produziert.
Voxtrot
by Andreas Boettcher & Jan Schimmang on November 20th, 2007

Schon ungewöhnlich. Da fragt man den Songwriter und Sänger einer Folk-Pop-Rock-Band nach seinen derzeit liebsten Platten und kriegt fast ausschließlich elektronische Empfehlungen zur Antwort. Voxtrot glauben jedenfalls an die Liebe. Zumindest Schlagzeuger Matt: “Sooner or later love is gonna get ya!”. Außerdem verraten sie vor laufender Kamera, dass sie an den Kommerz glauben und gegebenfalls käuflich wären. Beispielsweise von einer Kondom-Marke. Wenn die Kohle stimmt.
Jochen Siemens
by Jan Schimmang on November 16th, 2007

Man darf Jochen Siemens respektvoll als Lifestyle-Journalist beschimpfen. Seine Texte platziert er schließlich kontinuierlich auf mehr oder minder teurem Hochglanzpapier. Und dieses Jahr hat er mit “Closeup” einen wirklich lesenwerten Roman über die Niederungen der High-Society geschrieben. Laufstege, Filmproduzenten, Kokain und sämtliche Klischees, die man so assoziiert. Normalerweise stellt Siemens die Fragen. Hier gibt er ein paar Antworten.
Der Autor und sein Werk - wie verlief denn diese Beziehung im Falle von “Closeup”? Wie fing sie an, gab es auch mal richtig Stress?
Jochen Siemens: “Nein, das war eine Art intensives Spazieren in Erinnerungen, Recherchen, Bildern, die man noch vor sich hatte und der Idee, in diesem Zirkus Mode und Film eine Geschichte von Menschen zu erzählen. Schwierig war manchmal der eigentlichen Richtungslosigkeit dieser Gesellschaft eine Richtung zu geben.”
Wie war das konkrete persönliche Feedback auf Ihr Buch: es hat sich doch hoffentlich die ein oder andere reale Person darin wiedererkannt. Hat sich vielleicht sogar jemand verraten gefühlt?
“Es konnte sich niemand wiedererkennen, weil ich genau darauf geachtet habe, keine erkennbaren Personen zu schildern. Alle Figuren sind aus vielen realen Teilen zusammengesetzt, aber keine hat ein reales Vorbild. Dennoch gab es ein paar hysterische Leser, die meinten, sich wiederzuerkennen, was amüsant war, denn an die hatte ich beim Schreiben gar nicht gedacht.”
Nach Ihren realen Einblicken in die Society-Schickeria: haben Sie in “Closeup” eher unter- oder übertrieben?
“Hhm. Manche Kritiker bemängelten, das Buch bewege sich zu sehr in Klischees, das könne doch so nicht sein. Das Problem der Kritiker war nur, dass sie nie in dieser Welt waren. Wolfgang Joop attestierte dem Buch eine “profunde Kenntnis der geheimen Rituale der Modewelt” und eine Hollywood-Korrespondentin schrieb mir, die Grammatik der Filmwelt sei so päzise und genau auf den Punkt gebracht, wie sie es selten gelesen hätte. Ich kann aber sagen, dass das Buch an vielen Stellen noch untertreibt, nur gehen einem beim Exzesse beschreiben irgendwann die Wörter aus.”
Schön ist, dass Sie in Ihrem Roman niemals moralisch daher kommen. Sie haben kein Problem mit dem bösen Glamour, oder?
“Überhaupt nicht, die Innenwelt des Glamour hat eigene Gesetze und die kennen alles, aber keine Moral. Man könnte jetzt sagen, dass es eine kalte und brutale Gesellschaft ist, eitel und karrierediktiert und es stimmt. Aber jeder der mitspielt weiß das. Und wenn nicht, ist er naiv.”
Was haben Sie vom letztjährigen kleinen Comeback der Tempo gehalten? Wären Sie heute wieder dabei, wenn das Magazin nochmal starten würde und wie beurteilen Sie die Zeitschrift heute rückblickend?
“Irgendjemand schrieb, das Tempo-Heft sei wie ´Sex mit Toten´, das fand ich ein wenig gemein, weil ich viele kannte, die da mitgearbeitet haben. Aber es war ein halber Ton Wahrheit, Tempo war richtig in der Zeit in der es das Heft gab, heute nicht mehr, wie man in dem Heft jetzt ja sehen konnte.”
“Wie denken Sie eigentlich über Ihren Kollegen Tom Kummer?”
“Kein Kommentar, auch kein böser.”
Was würden Sie sonst noch gerne über ihr Buch loswerden? Gibt es Missverständnisse die Sie gerne klarstellen würden?
“Meine Freundin hat einmal versucht, das Buch in einem Laden zu kaufen und die Verkäuferin suchte lange und sagte dann ´oh, das steht im ersten Stock, bei Mode und Handarbeiten´. Das hat mich geärgert, weil ´Closeup´ kein Mode- oder Model-Buch ist, sondern eine Geschichte darüber, in der Welt des Scheins das Sein zu finden und das versuchen wir doch alle irgendwie.”
P.S.
Anstatt auf lesenswerte Geschichten, konzentriert sich Jochen Siemens mittlerweile lieber auf die Weinlese.
Wienerblut
by Andreas Boettcher & Jan Schimmang on November 16th, 2007

Bunny Lake waren dieses Jahr in Mexico on tour. Aber von vorne: Das zweite Album “The Church Of Bunny Lake” ist gerade erschienen und Bunny Lake echauffieren sich weiterhin zwischen beatschwangerem Hedonismus und pathetischer Exkstase.
A Mountain Of One
by Andreas Boettcher on November 8th, 2007

Man könnte meinen, sie sind wieder eine derjenigen Bands, die sich mit musikalischen Referenzen der 70er und 80er Jahre in ein “Nu”-Genre einreihen. Aber weder Italo, Krautrock oder New Wave stehen im Vordergrund, noch die Aufmerksamkeit der Clubkultur. A Mountain Of One sind die britischen Technoveteranen Mo Morris und Leo Elstob und Sänger / Pianist Zeb Jameson, der u.a. bereits Sessionmusiker bei Tricky und Oasis war. Im Januar erscheint das Album “Collected Works” in Deutschland, dass die bisherigen streng limitierten drei EPs der letzten beiden Jahre und brandneues Material zusammenfasst. Progrock, Chill Out, Psychedelic Disco. Es scheint, die Band hat einige Zeit auf der dunklen Seite des Mondes verbracht, denn “Freefall” ist der perfekte Opener einer Pink Floyd B-Seiten Sammlung. Vor allem aber “Innocent Line” könnte zu einem ganz großen After-Hour Hit avancieren, nur eben ohne Speed, wummernden Bässen und verdunkelten Floors, sondern zu Hause im Bett mit der nächtlichen Bekanntschaft zusammen. Neben “Ride”, einem hippiesquen Akustikstampfer, setzen die Schweden Studio der neuen Veröffentlichung “Brown Sugar” ihren typischen Stempel auf. Studios Album “West Coast” kann ich auch nur jeden empfehlen, der auf balearisches Midtempo-Geschwofe steht.
Peter Bjorn And John
by Jan Schimmang on November 2nd, 2007

Peter Yttling von Peter Bjorn And John in der Ausnüchterungszelle? Nein, ist nur die Umkleide eines Sportplatzes. Er hat bei der Gelegenheit auch gleich ein kleines Kunstwerk hinterlassen; das und weitere Werke werden fortan in der Rubrik Vernissage ausgestellt.
