Vor dem Start: Berlin Festival 2010
by Andreas Boettcher on July 22nd, 2010

Nach dem Melt! ist vor dem Berlin Festival. Letztes Jahr wurde erfolgreich kooperiert und nun setzt sich auch die Berlin Music Week mit in den Flieger, dessen prominenteste Abteilung wohl die Popkomm ist. Das klingt nach viel Business, der auch erstmal verstaut werden muss. Das alles soll den Musikfan allerdings nicht stören, sondern hoffentlich nur Vorteile bringen. Der Erwerb des Festivaltickets deckt auch den Eintritt zur zwei Tage früher startenden Popkomm ab. Das “All-Inclusive” Bändchen beinhaltet also viele Showcases. Der Startschuss zum Berlin Festival findet dann am Freitag statt. Die wiedervereinigten, stilbildenden Gang Of Four haben sich angekündigt, ebenso wie Orange Juice-Denker Edwyn Collins. Der Soundforscher Dan Snaith alias Caribou hat dieses Jahr die Platte präsentiert, die eigentlich von Hot Chip erwartet wurde. Caribou macht seine neue Single “Sun”, for free auf der Festivalseite, auch zum Festival-Tune. Tricky trippt, Gonzales entertaint, Soulwax und die Daweale Brüder 2 Many DJs - lift off. Eine Bühne mehr als letztes Jahr gibt es und eine Menge Kunst noch dazu. Soundunreinheiten im Hangar sollen bei der 5. Ausgabe behoben werden. Berlin hat sich das große, “offizielle” Open-Air längst verdient.

Gommageddon
by Jan Schimmang on June 2nd, 2010

Die Synergie des Internets und die Magie des Vinyls: Gomma Records. Mathias Munk Modica und Jonas Telonius Imbery sind schon zu Zeiten von Leroy Hanghofer nicht dem hippen Hype des neuen Jahrtausend verfallen und haben sich von ebensowenig von der Rotation ihres Acts Who Made Who den Kopf verdrehen lassen.
Modica produzierte zuletzt das Album “24/7″ für die Sterne, Imbery kümmert sich derzeit vor allen Dingen um die Gomma Dance Tracks. Insofern wird absolut stilübergreifend gearbeitet: Acid Jazz, Funk, New Rave.
Die Gomma Super Show in Berlin bietet einen Querschnitt durch das Repertoire des Labels: am Freitag, den 4. Juni in der Ritter Butzke.

The Phenomenal Handclap Band - 15 to 20
Long live Optimo
by Andreas Boettcher on April 22nd, 2010

Am Sonntag trauert Glasgow um das Ende der besten Party der Insel, womöglich auch mehr. Begonnen hat alles im November 1997, als Keith McIvor alias JD Twitch eine neue Residency im Sub Club von Glasgow übernahm und sich dafür Jonnie WIlkes an die Seite nahm. Die Regeln für diese sonntägliche Clubnacht waren ganz einfach - es gab keine Regeln. Alles was die Leute außer dem Techno zum tanzen bringt, darf auch gespielt werden. Optimo (Espacio) als Clubnacht wurde zum Synonym für Experimentierfreudigkeit und Innovation mit einer unbändigen Leidenschaft für alle Musikstile.
Joakim: “We could hear and be amazed by the DJ sets of Twitch and Wilkes, setting the dance floor on fire with an obscure Northern Soul song or Johnny Cash as if they were rave techno. “
Es dauerte nicht lange und Optimo haben sich genau mit dieser Philosophie über die Grenzen der Insel hinaus einen Namen gemacht. 2005 haben sie ihre erste Mix-Compilation “Kill The DJ Part 2″ auf dem Label Tigersushi veröffentlicht, dessen Betreiber Joakim eine ähnliche Linie im Pariser Pulp Club verfolgte. Zu diesem Zeitpunkt habe ich bereits jeden DJ Gig der beiden in Berlin wahrgenommen. So richtig konnte der Funke außerhalb von Glasgow aber nicht überspringen. Der beschriebene Mythos, der kollektive Freak-Out, den konnte es nur im Subby geben. Einer der wenigen Clubs weltweit, in dessen hölzerne Tanzfläche Tieftöner eingebaut sind.

John Galkin / DFA Label Manager: “It was loud and clear and cathartic and a really rapturous, friendly and completely mental group of people, from 18 to 60 years of age I would say. They all seemed like they were best friends.”
Im August 2007 ergab es sich, ich betrat an einer Sonntagnacht den Club und das erlebte ließ einen nicht mehr los. Das Berliner Nachtleben schien plötzlich so bieder und engstirnig. Vergleicht man es mit eigenen Erfahrungen oder Erzählungen von Clubbern - so eine durchgeknallte Atmosphäre war schwer einzuordnen.
Joe Goddard / Hot Chip: “Dancing to “Hung Up” by Madonna in the early hours after Keith had been teasing the crowd with short bursts of the line “time goes by…so slowly” all night. It’s a combination of great DJs, a great club and a great crowd.”

Optimo’s Tenth Birthday Party wurde sofort nach dem Trip gebucht und ist wohl auch das, was man treffend als eine persönliche Peaktime in der eigenen Partyhistorie bezeichnen kann. Im Set lief Andreas Dorau gefolgt von Vitalic gefolgt von Motorhead auf Joey Beltram und Mulatu Astatke. Was den Anschein einer Dorfdisco hatte, wurde gleichzeitig mit soviel Ernsthaftigkeit wie Leichtigkeit hingenommen. Die DJ Kanzel war der Transformator, in dem jeder noch so obskure Song von den Protagonsiten und ihrem präzisen Handwerk in ein Tanzflächenkiller umgewandelt wurde. So laut geschrien wurde, die feiernde Masse um einen herum war lauter. Die simplen Faktoren für eine funktionierende Party lassen sich aber auch nicht pauschalisieren. Das was es so besonders machte, hat definitiv etwas damit zu tun, daß Optimo mit über 500 Sonntagen im Club die Kids dort natürlich unglaublich geschult haben. Ein weiterer Aspekt ist die Sperrstunde. Um 3 Uhr werden die Lichter eingeschaltet. Der Vorteil gegenüber Berlin ist aber: Du wirst einen Höhepunkt erleben. Du kannst dir sicher sein, zwischen 1-3 Uhr gehen alle steil.
Vito Roccoforte / The Rapture: “Living in NYC I had always wished I was around for the Paradise Garage or The Loft parties but looking back, although it was in Glasgow and not NYC, I had Optimo. For me it was and still is the greatest party in the world.”
Für manche ist es ein Ritual, eine Religion und diese wird am 25.04. ein Ende finden.
JD Twitch: “People have booked flights from Brazil, Canada, Belgium, USA, Norway, Sweden, Germany, France and more just to be here on sunday. We are VERY humbled. ”
Nach über 12 Jahren wird die Residency beendet, die Krankschreibungen für Montage werden drastisch zurückgehen und Twitch und Wilkes werden endlich die Zeit finden, die Wochenenden auch auf anderen Kontinenten zu verbringen. Es wird weitergehen im Sub Club, auch sonntags und auch für Optimo, aber mit anderen Projekten. Außerdem gibt es noch ihr Plattenlabel Optimo Music und nächste Woche erscheint die 6. CD der Laufbahn, diesmal für die renommierte Fabric-Reihe.

Die Kommentare der Künstler sind dem Feature auf Resident Advisor entnommen.
Wir sind jung und brauchen kein Geld.
by Jan Schimmang on December 10th, 2009

Mit hedonistischer Regelmäßigkeit veranstaltet das Kollektiv um Delphine, Gaëlle, Marielle und Sofiane ihre Partys. Warum, wann und wie genau sie sich dazu entschlossen haben, bleibt bisher ihr Geheimnis. Berlin ist nicht ihre Heimat, aber ihre Stadt. Unter einem zum Slogan gekürten bürgermeisterlichen Bonmot haben sie sich auf Locations spezialisiert, die bisher nicht gerade vor Hippness strotzten. Beispielsweise den Zenner, Speicher oder den Tanz Palast. Am Freitag, den 11. Dezember, wird genau dort wieder gefeiert: Obentrautstraße 19, ab 22.30 Uhr. Mit unter anderem Session Victim (live) sowie den DJs Oskar Offermann und Edward oder DD5050. Foto-Quelle und alle weiteren Infos: Arm & sexy.

After Hours
by Andreas Boettcher on November 13th, 2009

Diesmal wird die Berliner Partyszene in einer Web-Doku porträtiert. Das Videoportal 3min zeigt die erste Folge ab kommender Woche immer Montags und Freitags. Ob es toleranter Berliner Einheitsbrei ist, bleibt abzuwarten. Denn wie es so ist, bereits jetzt gibt es Diskussionen über die Überdokumentation der Szene.
“Die Web-Doku After Hours begleitet drei Protagonisten im Sommer 2009 durch die Berliner Clubszene und gibt anhand von Gesprächen auch viele Einblicke in die Vergangenheit der Technoszene. Interviews mit Insidern bieten Hintergrundinformationen und Nostalgie.”
Samstag: Musik klingt besser mit euch …
by Andreas Boettcher & Jan Schimmang on November 5th, 2009

Wir laden gemeinsam mit Pop Campain herzlich ein. Präsentiert von der Kim Bar - klick auf den Flyer.
Der Letzte lässt das Licht an …
by Jan Schimmang on May 29th, 2009

Das Scala ist nun Geschichte. Die Erinnerung lebt weiter. Nicht nur in den Fotos von Lisa Wassmann, die auch das oben stehende Bild sowie das unten platzierte Video produziert hat. Danke an den Tip für den Tip.
Berlinight
by Jan Schimmang on February 16th, 2009

Tobias Rapp ist Schreiberling (u.a. Spex, Die Zeit, Groove) und hat das schöne Wort Easyjet-Set erfunden. In seinem aktuellen Buch geht es also um die Klientel, die für eine paar Stunden Clubkultur ins Flugzeug steigt. Aber natürlich geht es um viel mehr, eben das Berliner Nachtleben featuring der üblichen Locations. Der Versuch, ein Phänomen zu portraitieren: die Magie des Moments oder die Antwort auf die Frage, warum man eigentlich nicht zu hause bleibt. Lesenswert.
Der Autor in einem anderen Kontext: über die politische Ambition von Neil Young.
Weekend-Starters: Chromatics & Mark Seven
by Andreas Boettcher on April 16th, 2008

DONNERSTAG
Wenn man Bands nennen sollte, die sich 2007 vor allem durch das Internet und der Blogosphäre einen Namen gemacht haben, fallen die Chromatics sicherlich in jeden Pollpott. Sie sind neben Glass Candy die Vorzeigeband des Labels Italiens Do It Better und betreten zum ersten mal europäisches Festland. Neo-Disco-Wave, um mal eine Schublade zu öffnen, im Ambiente des Rotes Salons. Empfehlung: die ersten sein, bevor TV, Printmagazine und verspätete Musiknerds die Entdecker sein wollen. DJ-Support vom Labelboss himself, Mike Simonetti.
FREITAG

Das Tempo wird heute angezogen und tanzbarer. Die Berliner DJ-Institution abseits des Geklöppels, Hunee, lehrt uns mit seiner Veranstaltung The Loveroom bereits regelmäßig, das die ungebändigte Leidenschaft zum Genre Disco wieder auf den Dancefloor gehört. Diesmal kehrt bereits zum dritten mal Mark Seven zurück ins Tape. Wer den Besitzer von Juswax Records bei einem seiner letzten Besuche erleben durfte, weiß seine Virtuosität hinter den Plattentellern zu schätzen. Leftfield, Balearic, Black Disco, alles wird gemixt, Hauptsache der Mann selbst rennt wie beim letzten mal selber vor das Pult um zu tanzen. Soundcheck!
Mark Seven in Berlin, am 18. April im Tape
Space is ace
by Andreas Boettcher & Jan Schimmang on March 12th, 2008

Freitag: Mirage Party. Mittlerweile die Institution für Berliner mit Hang zum kosmisch-dunklen Spaghettidisco-Sound. Das alles im perfekten Blade-Runner-Ambiente des M12. Die Hosts Emil, Cheers Chris und Salto Mortale stellen Finn Johannsen an die Decks. Ticket to ride, Abfahrt Richtung Sternenhimmel.
M12, Karl-Liebknecht-Str. 13 neben McD - 23h
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