Der Fokus des Raumes
by Jan Schimmang on July 2nd, 2009

Mit spartanischer Inszenierung verleiht der Fotograf Andreas Mühe seinen Bildern einen konzentrierten Effekt. Oder wie F.C. Gundlach formuliert: “ein Werk von außerordentlicher Konsequenz”. Für den Spiegel fotografierte er neulich die Bundeskanzlerin und portraitierte viele Charaktere aus Kunst, Lifestyle und Pop. Ab dem 22. Januar wird seine Ausstellung über die Galerie Camera Work in Berlin zu sehen sein.
Was war das erste vernünftige Foto, das du gemacht hast?
“In meiner Serie über das Seebad Prora gibt es drei Motive, die ich als zeitlos bezeichnen würde. Sie sind 2004 entstanden für die FHM Collection. So ein richtiges Schlüsselbild gab es nicht.
Welche Fotografen schätzt du und warum?
“Jeff Wall. Er vermittelt in seinen Fotos die gewisse Leichtigkeit und beherrscht den gekonnten Umgang mit den Dimensionen des Raumes.”
Was zeichnet deiner Meinung einen guten Fotografen aus.
“Wenn er etwas von seinem Handwerk versteht, dann ist er in der Lage, mit den Objekten zu spielen und seine Bilder können mir etwas mitteilen.”
Wer sollte mal von dir fotografiert werden?
Dave Gahan.
Zukunftspläne?
“Ich bereite gerade meine eigene Ausstellung vor. Und ich werde auch bald meine Arbeit hinter der Video-Kamera fortsetzen.”
Abschied und Neuanfang
by Jan Schimmang on June 30th, 2009

Die aktuelle Ausgabe der politischen Kulturzeitschrift Ästhetik & Kommunikation ist ab sofort im ausgewählten Buchhandel erhältlich. Darin widmen sich Andreas Galling-Stiehler und Jürgen Schulz dem Hirn der Masse, Thomas Becker schreibt über Foucault, Joseph Huber fragt “Geld regiert die Welt - wer regiert das Geld?” und Dirk von Lowtzow spricht über die die künstlerische Simplifizierung. Plus viele weitere Beiträge auf über 200 Seiten.
Freak Out
by Andreas on June 29th, 2009

Die erste Buchveröffentlichung von djhistory.com. Must have für die Neo-Disco-Generation, das hier sind die Wurzeln. Inhalt:
With reviews of every disco record worth knowing about, weekly reports from New York’s club scene, classic magazine articles and 800 contemporary club charts, this is the definitive chronicle of disco. It’s the personal memoir of Vince Aletti, the very first writer to cover the emerging scene, bringing to life the clubs, the characters, and above all the music. 484 Pages and over 2000 disco records reviewed.
Pfund ist günstig, so buy it.
“We’re takin’ over, we have the truth. This is the mission to see it through.”
by Jan Schimmang on June 26th, 2009

Das Zitat ist “Another part of me” entnommen, einem Song von Michael Jackson.
The silence is golden
by Jan Schimmang on June 22nd, 2009

Just excellent remixes for Cut Copy, Little Boots, Peter, Bjorn And John or Empire Of The Sun. And more than that: The Golden Filter have released their first official single “Solid Gold”. You can download it for free via their label Dummy including some remixes. Buy the vinyl, too. It´s seems they are a duo based in New York. Penelope and Stephen. A bit mysterious, just a few photos without any face and hardly any information about them.
Your important experience with the remix culture?
Penelope: ”The good experience was stumbling across The Scientist. The bad: ‘Mix Up’ by The Cure. A lesson on how not to remix. A remix should reinvent. One particular song which inspired us were ‘Doctorin’ The Tardis’ by The Timelords aka The KLF.”
Will you release an album soon?
“We are working on our full-length and we will do a few singles before. We hope getting people to remix us instead of vice-versa. Plus making small films and taking pictures.”
And the future?
“The silence is golden.”
Musique in Berlin
by Andreas on June 19th, 2009

Sonntag ist Sommeranfang und der längste Tag des Jahres. Eigentlich schon Grund genug die Sonntagsdepression abzuzlegen, auf die Straßen zu gehen und die Sonne hervorzukitzeln. Dazu gesellt sich wie jedes Jahr zum 21. Juni auch die Fête de la musique. Eigentlich dieses Jahr etwas unglücklich, ist das Berliner Publikum doch eh schon verwöhnt von den sonntäglichen Open Airs und Karaoke Sessions in Parks und Co. Aber abwechslungsreicher wirds wie z.B. mit Warren Suicide und Kissogram im Mauerpark, BDM im RAW-Tempel oder Neurocomic an der Schillingbrücke: das komplette Programm.
Generation Krise
by Jan Schimmang on June 15th, 2009

Die Titelgeschichte “Wir Krisenkinder” in der aktuellen Ausgabe des Spiegel, verfasst von Philipp Oehmke, Mathieu von Rohr und Sandra Schulz, ist ein mit Abstrichen sehr gelungener Abriss über die Misere der 20 bis 35-Jährigen, die zwischen die gesellschaftlichen und ökonomischen Fronten geraten sind. Darin stehen viele schlaue Sätze, Auszüge: „Der einzige unbefristete Vertrag, den diese Generation noch ohne Probleme bekommt, ist der Trauschein“ (zynisch auf den Punkt) oder „es ist das Wissen darum, dass das Versprechen nicht mehr gilt, dass es ihnen einmal besser gehen soll als ihren Eltern“. Fragwürdig nur, dass dabei stets der latente Vorwurf mitschwingt, die Generation sei auch selbst an ihrer Krise schuld, weil sie unpolitisch sei und keinen Widerstand gegen die Missverhältnisse leiste. Denn ein bisschen Protest und Rebellion fällt eben leichter, wenn das Berufsleben planbar ist und man per se im Alter abgesichert ist – wie es seit den 60er Jahren hierzulande weitestgehend der Fall war. Wer ohne berufliche Perspektive durch sein Leben gehen muss, aber auf dessen Schultern trotzdem eine hohe Qualifikation lastet, der ist vom Arbeitsmarkt schlichtweg erpressbar. Willkommen in der Realität.
Das Problem dieser Generation ist, dass sie umgeben ist von Altersprivilegien à la Betriebsräte kümmern sich um den Schutz der Tarifverträge. Eine lobenswerte soziale Angelegenheit, nur leider mit dem entscheidenden Manko, dass sie auch Neueinstellungen faktisch konsequent blockiert. Dass Karstadt am Ende ist und Nokia ein deutsches Werk geschlossen hat, trifft die Mitarbeiter hart und beschäftigt die Medien wochenlang inklusive öffentlicher Empörung. Dass für die Betroffenden allerdings durchaus zumutbare Übergangslösungen gelten von denen so mancher, der orientierungslos als urbaner Penner über die Kastanienalle tapert, nur träumen kann – das schreibt kaum jemand.
Die Generation Krise, bedacht mit der Freiheit durch den Mauerfall, aber auch mit dessen wirtschaftlichen Herausforderungen, seit dem 11. September 2001 verängstigt durch die Bedrohung des globalen Terrors und jetzt resignierend vor der Weltwirtschaftskrise, hat einfach keine Lobby: die Eltern finanzierten ihre zumeist hochqualifizierte Ausbildung, sie hat sich nichts zu Schulden kommen lassen, aber die einzige Sicherheit die sie jetzt hat, ist, dass die Rente der Generationen vor ihr auf ihre Kosten gewährleistet wird.
Jedenfalls präsentieren die Autoren des Spiegel ein treffendes Generationsportrait featuring der üblichen Verdächtigen wie Sascha Lobo, Timm Klotzek, Sarah Kuttner oder Wolfgang Gründinger. Und auch, wenn es in diesen Zeilen hier subtil so durchklingen mag: nein, für Selbstmitleid bleibt keine Zeit. Denn gefangen im Alltag des Konjunktivs ist man zwischen Fernbeziehung, dem Versuch einer erfüllenden Lebensplanung und dem nächsten freien Auftrag viel zu sehr beschäftigt.
Jan Schimmang
Work in progress
by Jan Schimmang on June 13th, 2009

Sometree are back from their tour with Snow Patrol. A few impressions and a teaser for the forthcoming new album called “Yonder”.
Portable Document Format: Brand Eins
by Jan Schimmang on June 10th, 2009

Im Ressort Wirtschaft und Gesellschaft steht diese Zeitschrift seit jeher für Beiträge der - im wahrsten Sinne des Wortes - etwas anderen Art: dem Wortlaut nach hier bitte wirklich als publizistische Kunst zu verstehen. Und ebenso wie die De:Bug, stellt das Magazin Brand Eins sein Archiv digital zur Verfügung. Unentgeldlich und somit erst recht klickenswert.
So 90s
by Andreas on June 5th, 2009

Es ist alles gesagt oder wird in den nächsten Wochen wieder in unser Gedächtnis gerufen. Die für viele authentischste Band mit dem besten Live-Sound veröffentlicht heute ihr 16. Studio Album auf dem Indie-Label Matador Records. Das Ehepaar Kim und Thurston sind immernoch das Aushängeschild und Ikonen der Generation X, die einem vor Augen hält, dass altern auch echt cool sein kann. Im Oktober spielen Sonic Youth wieder live in Berlin, deren neues Werk nicht nur mit einer euphorischen Review gewürdigt wird. Unbedingt einen Blick auf das lässige Musikvideo von “Dirty Boots” vom Album “Dirty” werfen, das heute als “so 90s” bezeichnet werden würde - als Kind der oben genannten Generation fühlt man sich sofort wieder in diese Zeit zurückversetzt.
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